Dienstag, 18. Februar 2020

Radeon

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Inhaltsverzeichnis


Beschreibung

Der open-source Treiber radeon ist für gewöhnlich der Treiber für AMD Grafikkarten, der standardmäßig installiert und aktiviert ist. Techniken wie KMS (Kernel Mode Setting) und Co machen es heutzutage auch sehr einfach, die Grafikkarte mit den freien Treibern zu aktivieren, da diese automatisch erkannt werden. Es ist nicht mehr nötig eine xorg.conf anzulegen (und es ist auch nicht mehr empfehlenswert).

Der radeon Treiber war dabei lange Zeit nicht zum Spielen geeignet, da die OpenGL-Unterstützung noch nicht so weit war und die Performance war gegenüber dem proprietären Treiber Crimson/Catalyst (alte Bezeichnung "fglrx") nicht ausreichend. Das hat sich inzwischen geändert, auch dadurch, dass AMD den Support für ältere Grafikkarten quasi eingestellt hat und deren Legacy-Treiber nicht zufriedenstellend sind.

Um den freien radeon Treiber optimal zu nutzen, ist es empfehlenswert einen möglichst neuen Kernel und eine neue Mesa-Version zu nutzen. Aktuell sind das Kernel 4.3 und Mesa 11.1.

Der open-source Treiber, sofern die Hardware dazu in der Lage ist, unterstützt inzwischen OpenGL 4.1.


Welcher Treiber für welche Grafikkarte?

Aufgrund dessen, dass AMD bereits einige alte Karten nicht mehr mit dem proprietären Crimson-Treiber unterstützt und allgemein viel mehr Arbeit in den freien Treiber steckt, sollten Besitzer von pre-GCN-Karten, also:

HD 6000er Reihe und alles, was älter ist/HD 7600 und drunter/HD 8400 und drunter

den freien Radeon-Treiber nutzen. Neuere Karten werden, sofern nicht "zu neu", auch schon sehr gut vom Radeon-Treiber unterstützt und sind inzwischen auch in manchen Spielen performanter als mit dem closed-source Treiber.

Wer die allerneuesten Grafikkarten wie R9 Fury nutzen will, kommt um den proprietären Treiber nicht rum, muss damit aber rechnen, dass aufgrund von Bugs im Treiber manche Spiele wie "Battleblock Theater" einfach nicht laufen.


Installation

Für gewöhnlich sind bei der Installation der Linux-Distribution die freien Radeon-Treiber per default schon installiert und man muss gar nichts mehr machen. Wie ihr diese Treiber am besten installiert oder wie ihr am besten von den proprietären Treibern zu den freien Treibern wechselt, fragt ihr am besten auf den Webseiten der jeweiligen Distribution nach und deren Wikis.


Treiberverbesserungen

DRI3

Die Direct Rendering Infrastructure 3 (DRI3) bietet für die freien Radeon-Treiber einen gehörigen Performanceschub. Um es zu aktivieren muss man nur in der xorg.conf (oder einer entsprechenden Datei im Ordner xorg.conf.d) in Section "Device" die Option "DRI3" "on" angeben. Beispiel:

Section "Device"
       Driver      "radeon"
       Option      "DRI3" "on"
EndSection

Um nachzuprüfen, ob DRI3 tatsächlich aktiviert ist (ein Neustart nach dem Editieren ist nötig, bzw. sollte ein Xorg-Server-Neustart reichen), gibt man folgenden Befehl an:

LIBGL_DEBUG=verbose glxinfo | grep -i opengl

Sollte es funktioniert haben, findet man diese Zeile:

libGL: Using DRI3 for screen 0


GALLIUM_HUD

Der freie Radeon-Treiber nutzt Gallium3D und damit auch ein sehr nettes Tool für Performance-Monitoring. Mit

GALLIUM_HUD=help glxgears

kann man sich (in der Konsole) anschauen, was es alles für Auswahlmöglichkeiten gibt. Beispiel:

GALLIUM_HUD="fps,cpu+cpu0+cpu1+cpu2+cpu3:100,VRAM-usage,GPU-load:100" glxgears

Wie dieser Befehl zum Beispiel in GRID Autosport aussieht, kann man in diesem Video (von mir) sehen:

Youtube-Video Performance von radeonsi bei GRID Autosport


--Chemicalbrother 17:56, 8. Sep. 2013 (UTC)